Weihnachtsgeld bei Kündigung

Weihnachtsgeld ist eine sogenannte Sonderzuwendung zum Jahresende, die vom Arbeitgeber meist als finanzielle Anerkennung für geleistete Dienste, für die Treue zum Unternehmen oder als Motivation für zukünftige Leistungen gewährt wird. Damit ein Arbeitnehmer Anspruch auf die Zahlung von Weihnachtsgeld hat, muss dies im Tarif- oder Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgelegt sein.

Bei einer Kündigung, egal ob durch den Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, kann der Anspruch auf Weihnachtsgeld ganz oder teilweise verfallen. Liegt das Ende der Kündigungsfrist kurz nach der Zahlung des Weihnachtsgeldes, kann der Arbeitgeber es unter Umständen sogar zurückfordern.

Habe ich Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Ob und in welcher Höhe Sie einen Anspruch auf die Zahlung von Weihnachtsgeld haben, können Sie Ihrem Arbeitsvertrag nachlesen. Dort steht auch, welchen Zweck Ihr Arbeitgeber mit dieser Sonderzuwendung verfolgt.

Handelt es sich um eine Sonderzahlung mit reinem Entgeltcharakter, also um eine zusätzliche pauschale Zusatzvergütung für erbrachte Leistungen, haben Sie auch bei einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Unternehmen einen Anspruch auf anteiliges Weihnachtsgeld.

Das gilt ebenfalls, wenn es sich um eine Sonderzahlung mit Mischcharakter handelt, die neben dem reinen Entgeltcharakter auch die Betriebstreue belohnt. Auch in diesem Fall haben Sie einen anteiligen Anspruch auf die Zahlung.

In vielen Arbeitsverträgen finden sich sogenannte Stichtagsklauseln für die Zahlung von Weihnachtsgeld. Diese sind rechtlich zulässig, wenn die Sonderzahlung ausschließlich die Betriebstreue des Arbeitnehmers honorieren soll. In diesem Fall besteht ein Anspruch auf Weihnachtsgeld nur dann, wenn das Arbeitsverhältnis bis zu dem genannten Stichtag (oft bis zum 31.3. des Folgejahres) besteht und nicht von Arbeitgeber oder Arbeitnehmer gekündigt wurde.