Verhaltensbedingte Kündigung

Bei einer verhaltensbedingten Kündigung geht es nicht um die Person, sondern um das Verhalten des Mitarbeiters. Häufige Gründe für verhaltensbedingte Kündigungen sind Diebstahl, Arbeitsverweigerung oder „Krankfeiern“.

Wann darf verhaltensbedingt gekündigt werden?

In der Regel werden verhaltensbedingte Kündigungen aus diesen Gründen ausgesprochen:

1. Verstöße gegen den Arbeitsvertrag

Der Arbeitsvertrag ist für einen Mitarbeiter bindend. Hält er sich nicht daran, kann dieser Verhaltensfehler zur Kündigung führen.

2. Anweisungen der Vorgesetzten nicht befolgt

Laut § 106 Gewerkschaftsordnung hat der Arbeitgeber ein Weisungsrecht. Unter anderem darf er bestimmen, welche Arbeit seine Mitarbeiter wo und wann zu leisten haben, sofern dies nicht in einer Betriebsvereinbarung, einem Arbeits- oder Tarifvertrag anders geregelt ist. Vorgesetzte können auch weitergehende Verhaltensregeln aufstellen und eine verhaltensbedingte Kündigung z. B. aussprechen, wenn ein Mitarbeiter unentschuldigt fehlt, sich gegenüber Kollegen beleidigend verhält oder fortwährend schlechte Arbeit abliefert.

Das Verhalten, das zur Kündigung führt, muss jedoch steuerbar sein. Kann oder konnte der Mitarbeiter sich nicht anders verhalten, müsste der Arbeitgeber eine personenbedingte Kündigung aussprechen. Dabei wird allerdings grundsätzlich vermutet, dass Fehlverhalten wie Verstöße gegen die Betriebsordnung, sexuelle Belästigung oder ständige Unpünktlichkeit dem Arbeitnehmer auch vorgeworfen werden kann; der Arbeitgeber muss dies ggf. nachweisen.

Weitere Voraussetzungen für die verhaltensbedingte Kündigung sind eine vorausgegangene Abmahnung und – ebenso wie bei den anderen ordentlichen Kündigungsgründen – eine Interessensabwägung, die zugunsten des Arbeitgebers ausfällt.

Zwar ist bei sehr schweren Pflichtverletzungen auch eine verhaltensbedingte Kündigung ohne vorhergehende Abmahnung möglich, doch in diesen Fällen hätte der Arbeitgeber in aller Regel auch das Recht, nach § 626 BGB außerordentlich und fristlos zu kündigen.

Zuweilen ist es möglich, eine verhaltensbedingte Kündigung abzuwenden, indem der betreffende Mitarbeiter nicht entlassen, sondern lediglich versetzt wird. Dies ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn das Fehlverhalten in der neuen Arbeitsumgebung nicht mehr zu erwarten ist.

Fristgerechte Kündigung

Eine ordentliche Kündigung ist fristgerecht, wenn die Kündigungsfrist eingehalten wird. Die jeweils geltende Kündigungsfrist ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag: Wer seinen Job kündigen will, kann dort nachlesen, welche Frist zu beachten ist. Wichtig ist hierbei die Dauer der Betriebszugehörigkeit: Während der Probezeit kann mit einer Kündigungsfrist von nur 2 Wochen gekündigt werden, nach 20 Jahren im Unternehmen beträgt die Kündigungsfrist bereits 7 Monate. Hierdurch soll der gekündigte Mitarbeiter ausreichend Zeit haben, sich nach einer neuen Stelle umzusehen.