Kündigung wegen Krankheit

Wann ist eine krankheitsbedingte Kündigung möglich?

Eine Kündigung wegen Krankheit ist nur dann rechtswirksam, wenn diese drei Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Interessenbeeinträchtigung: Sind die wirtschaftlichen oder betrieblichen Interessen des Arbeitgebers durch die Krankheit bzw. die krankheitsbedingten Ausfälle des Arbeitnehmers erheblich beeinträchtigt, kann das eine Kündigung wegen Krankheit rechtfertigen. So können Arbeitnehmer wegen Krankheit gekündigt werden, wenn sich der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung finanziell nicht (mehr) leisten kann. Oder wenn der Betriebsablauf erheblich dadurch gestört wird, dass ein Mitarbeiter ständig krankheitsbedingt abwesend ist.
  • Negative Prognose: Vor allem bei chronischen Leiden und Langzeiterkrankungen ist oft nicht zu erwarten bzw. absehbar, dass der betroffene Mitarbeiter jemals wieder vollständig einsatzfähig sein wird. Fehlt ein Mitarbeiter immer wieder vorübergehend wegen häufiger Erkrankungen, kann das ebenfalls zu einer negativen Prognose führen, die eine Kündigung rechtfertigt.
  • Interessenabwägung: Auch bei einer krankheitsbedingten Kündigung hat der Arbeitgeber seine Interessen gegen die des Arbeitnehmers abwägen. Dabei sind u. a. Art und Ursache der Krankheit, die Dauer des Arbeitsverhältnisses und die Fehlzeiten vergleichbarer Kollegen zu berücksichtigen. Kommt das Unternehmen anschließend zum Ergebnis, dass seine Interessen so stark beeinträchtigt werden, dass eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht zumutbar ist, kann es dem Arbeitnehmer wegen Krankheit kündigen. Allerdings ist ebenfalls zu prüfen und abzuwägen, ob der betroffene Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz durch betriebliches Eingliederungsmanagement behalten könnte, etwa durch eine Versetzung innerhalb des Unternehmens.

Eine fristlose Kündigung wegen Krankheit ist aufgrund des gesetzlichen Kündigungsschutzes in aller Regel nicht zulässig. Die Kündigung muss ordentlich personenbedingt erfolgen, d. h. die vereinbarten Kündigungsfristen sind einzuhalten. Hat ein Mitarbeiter jedoch „krankgefeiert“ oder „blaugemacht“, ohne wirklich krank zu sein, kann ihm der Arbeitgeber, wenn er dahinterkommt, aus verhaltensbedingten Gründen fristlos kündigen.

Kann ich als Arbeitnehmer krankheitsbedingt kündigen?

Wenn Sie Ihren Job wegen Krankheit kündigen, droht eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen beim Arbeitslosengeld. Das gilt auch, wenn Sie Ihren Chef um einen Aufhebungsvertrag bitten, weil sie wegen einer Krankheit nicht mehr arbeiten möchten.

Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. So müssen Sie keine Sperre befürchten,

  • wenn Sie eine Abfindung im Aufhebungsvertrag vereinbart haben, die nicht höher als ein halbes Monatsgehalt pro Jahr der Betriebszugehörigkeit ist;
  • wenn im Aufhebungsvertrag die gleichen Kündigungsfristen vereinbart sind, die auch bei einer Kündigung nach langer Erkrankung zur Anwendung gekommen wären – in diesem Fall wird das Arbeitsverhältnis ja nicht früher beendet;
  • wenn der Arbeitgeber wegen häufiger oder ständiger Krankheit bereits zur personenbedingten Kündigung entschlossen war, sich jedoch noch einmal entscheidet und einen Aufhebungsvertrag anbietet.

Inhaltsverzeichnis

1. Kündigung Arbeitsvertrag

1.1 Kündigung Arbeitnehmer

1.2 Kündigung Arbeitgeber

 

2. Arten von Kündigungen

2.1 Außerordentliche Kündigung

2.2 Betriebsbedingte Kündigung

2.3 Ordentliche Kündigung

2.4 Personenbedingte Kündigung

2.5 Verhaltensbedingte Kündigung

2.6 Sozialplan / Sozialauswahl Kündigung

2.7 Aufhebungsvertrag

 

3. Kündigung Sonderfälle

3.1 Kündigung vor Arbeitsantritt

3.2 Kündigung in der Probezeit

3.4 Kündigung während Kurzarbeit

3.5 Kündigung wegen Krankheit

Kündigung ohne Grund

Kündigung mit Sonderkündigungsrecht

Kündigung aus wichtigem Grund

Kündigung wegen Corona

Kündigung während Elternzeit

Kündigung nach Elternzeit

 

4. Urlaubsanspruch / Resturlaub bei Kündigung

5. Wie viele Abmahnungen bis zur Kündigung

6. Abfindung bei Kündigung

7. Weihnachtsgeld bei Kündigung

8. Arbeitslosengeld bei Kündigung

9. Kündigung zurückziehen

10. Kündigungsfrist

11. Minusstunden bei Kündigung

12. Freistellung nach Kündigung